Kontext
Bei den meisten Gütern wirkt der Preis auf das Angebot zurück. Steigt er, lohnt sich die Produktion stärker, es wird mehr hergestellt, und das zusätzliche Angebot dämpft den Preis wieder. Diese Rückkopplung hält Märkte in Bewegung und begrenzt Ausschläge.
Bei Bitcoin fehlt dieser Mechanismus. Die Ausgabemenge folgt einem festgelegten Zeitplan, und die Difficulty-Anpassung sorgt dafür, dass zusätzliche Rechenleistung nicht zu zusätzlichen Einheiten führt, sondern lediglich den Schwierigkeitsgrad erhöht. Das Angebot ist damit unelastisch: Es reagiert nicht auf den Preis. Veränderungen der Nachfrage schlagen dadurch vollständig auf den Kurs durch, statt sich teilweise in der Menge aufzulösen.
Häufige Fragen
- Wie entsteht aus Angebot und Nachfrage ein Preis?
- Der Preis pendelt sich dort ein, wo die Menge, die zu diesem Preis verkauft werden soll, der Menge entspricht, die zu diesem Preis gekauft werden soll. Verschiebt sich eine der beiden Seiten, verschiebt sich der Preis, bis wieder ein Ausgleich erreicht ist.
- Was bedeutet unelastisches Angebot?
- Dass die produzierte Menge nicht auf den Preis reagiert. Steigt bei einem gewöhnlichen Gut der Preis, wird mehr davon hergestellt, was den Preis wieder dämpft. Bei Bitcoin fehlt dieser Rückkopplungsmechanismus: Die Ausgabemenge ist zeitlich festgelegt und ändert sich nicht, wenn die Nachfrage steigt.
- Warum reagiert die Bitcoin-Produktion nicht auf den Preis?
- Weil die Difficulty-Anpassung dafür sorgt, dass Blöcke im Schnitt weiterhin alle zehn Minuten gefunden werden — unabhängig davon, wie viel Rechenleistung im Netzwerk arbeitet. Mehr Miner führen nicht zu mehr Bitcoin, sondern zu einem höheren Schwierigkeitsgrad.
- Wirkt sich das Halving auf das Angebot aus?
- Ja. Beim Halving wird die Menge neu ausgegebener Bitcoin je Block halbiert. Das Angebot an neuen Einheiten sinkt damit sprunghaft, ohne dass sich an der Nachfrage automatisch etwas ändert. Der Zeitpunkt ist Jahre im Voraus bekannt.