Kontext
Die Kennzahl setzt eine Größe ins Verhältnis zu einer Summe, die niemand verbindlich definiert. Im Zähler steht Bitcoins Marktkapitalisierung, im Nenner die aller erfassten Kryptowährungen — und welche das sind, legt der Anbieter der Zahl fest. Es gibt kein Verzeichnis, auf das sich alle beziehen.
Daraus folgt eine Eigenart, die bei der Deutung oft übersehen wird: Die Dominanz kann fallen, ohne dass sich an Bitcoin etwas ändert. Werden genügend neue Projekte in die Erfassung aufgenommen, wächst der Nenner und der Anteil sinkt rechnerisch. Umgekehrt kann sie steigen, weil andere Projekte an Wert verlieren.
Als Beobachtung über die Struktur eines Marktes ist sie brauchbar. Als Grundlage für eine Entscheidung ist sie es nicht — dafür müsste sie eine Ursache beschreiben, und das tut ein Verhältnis nie.
Häufige Fragen
- Wie wird die Bitcoin-Dominanz berechnet?
- Marktkapitalisierung von Bitcoin geteilt durch die Marktkapitalisierung aller erfassten Kryptowährungen, angegeben in Prozent. Welche Projekte in den Nenner einfließen, entscheidet der jeweilige Anbieter der Kennzahl.
- Was bedeutet eine steigende Dominanz?
- Dass Bitcoins Anteil am erfassten Gesamtmarkt zunimmt. Das kann geschehen, weil Bitcoin steigt, weil andere Projekte fallen — oder weil ein großes Projekt aus dem Index genommen wurde. Die Zahl allein sagt nicht, welcher Fall vorliegt.
- Warum ist die Kennzahl umstritten?
- Weil ihr Nenner beliebig ist. Es gibt keine verbindliche Liste, welche Token mitzählen, und ihre Zahl wächst laufend. Kommen viele neue Projekte hinzu, sinkt die Dominanz rechnerisch, ohne dass sich an Bitcoin irgendetwas geändert hätte.
- Taugt die Dominanz als Marktsignal?
- Sie beschreibt ein Verhältnis, keine Ursache. Aus ihr eine Handlungsempfehlung abzuleiten, setzt eine Regelmäßigkeit voraus, die sich nicht belegen lässt. Als Beobachtung über Marktstruktur ist sie brauchbar, als Prognosewerkzeug nicht.