Kontext
Im Orderbuch stehen sich zwei Seiten gegenüber. Der Spread ist die Lücke dazwischen — der Bereich, in dem gerade niemand handeln will. Er wird entweder absolut in Währungseinheiten angegeben oder in Prozent des Preises, was den Vergleich zwischen Märkten erlaubt.
Praktisch ist er eine Gebühr, die niemand ausweist. Wer sofort handeln will, nimmt den Preis der Gegenseite und zahlt damit die halbe Spanne. Bei großen Beträgen oder häufigem Handel summiert sich das schneller als jede ausgewiesene Ordergebühr.
Seine Breite hängt daran, wie viele bereit sind, gleichzeitig beide Seiten zu stellen. Nimmt die Unsicherheit zu, ziehen sich diese Teilnehmer zurück, der Abstand wächst — und genau dann, wenn die Kurse ohnehin springen, wird Handeln zusätzlich teuer.
Häufige Fragen
- Wie berechnet man den Spread?
- Niedrigstes Verkaufsangebot minus höchstes Kaufgebot. Häufig wird das Ergebnis noch ins Verhältnis zum Preis gesetzt und in Prozent angegeben, damit sich Märkte mit unterschiedlichen Preisniveaus vergleichen lassen.
- Warum ist der Spread ein Kostenfaktor?
- Wer sofort kaufen will, zahlt das niedrigste Angebot. Wer sofort verkaufen will, bekommt das höchste Gebot. Wer beides direkt hintereinander täte, verlöre die Differenz — auch ohne jede Kursbewegung. Der Spread ist damit der Preis für Sofortigkeit.
- Was macht den Spread eng oder weit?
- Die Zahl der Teilnehmer und die bereitgestellte Menge. Viele konkurrierende Gebote drücken den Abstand zusammen. In dünnen Märkten oder in Phasen hoher Unsicherheit zieht er sich auseinander, weil weniger jemand bereit ist, die Gegenseite zu stellen.
- Ist ein enger Spread immer besser?
- Für den Handel ja, weil er die Kosten senkt. Er sagt aber nichts über den Preis selbst aus. Ein enger Spread bedeutet nur, dass sich Käufer und Verkäufer nahe beieinander befinden — nicht, dass das Niveau angemessen ist.