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Stablecoins sind Digitalwährungen, die an eine Währung gekoppelt sind, fast immer an den US-Dollar. Sie sind das Bargeld des Kryptomarkts: Wer aussteigt, ohne das Ökosystem zu verlassen, hält Stablecoins. Wer einsteigen will, tauscht sie gegen Bitcoin oder anderes.
Daraus folgt die Lesart. Die Gesamtsumme aller umlaufenden Stablecoins ist Kaufkraft, die zur Verfügung steht, aber noch nicht eingesetzt ist. In der Finanzsprache heißt so etwas trockenes Pulver.
Wie es funktioniert
Neue Stablecoins entstehen, wenn jemand echte Dollar beim Herausgeber einzahlt. Sie verschwinden, wenn jemand sie zurücktauscht. Die umlaufende Menge ist deshalb ein direkter Ausdruck davon, wie viel Geld gerade im Kryptobereich geparkt ist.
Wächst die Summe, ist frisches Geld hereingekommen — es liegt bereit, auch wenn es noch nichts kauft. Schrumpft sie, hat jemand tatsächlich in echte Dollar zurückgetauscht und den Bereich verlassen. Das ist etwas anderes als ein Kursrückgang, bei dem das Geld nur den Besitzer wechselt.
Warum es zählt
Von den vier Kennzahlen der Bitcoin-Ampel ist diese die trägste, und das ist ihr Wert. ETF-Flüsse und Preisaufschläge schwanken täglich. Die Stablecoin-Versorgung dreht langsam, und wenn sie dreht, steckt eine Kapitalbewegung dahinter, keine Stimmung.
Sie hat allerdings eine Schwäche: Sie zeigt nur, dass Kaufkraft da ist, nicht ob jemand vorhat, sie einzusetzen. Ein Rekordstand an Stablecoins ist kein Versprechen auf steigende Kurse. Er ist eine Aussage über die Möglichkeit, nicht über die Absicht.
Wie die Ampel sie misst
Nicht am Absolutwert, sondern an der Veränderung über sieben Tage. Als erhöht gilt ein Rückgang von mehr als 0,50 Prozent, als extrem einer von mehr als 0,98 Prozent. Das klingt nach wenig und ist es nicht: Bei einer Gesamtsumme über 300 Milliarden Dollar entspricht ein Prozent rund drei Milliarden, die den Kryptomarkt in einer Woche verlassen haben.
Gezählt wird nur der dollargebundene Anteil. Die Daten stammen von DefiLlama.
Häufige Fragen
- Warum nur die dollargebundenen Stablecoins?
- Weil sie über 99 Prozent der Summe ausmachen. Die auf Euro, Yen oder andere Währungen lautenden Stablecoins zusammen liegen im niedrigen Promillebereich und würden die Reihe nur verrauschen.
- Heißt eine wachsende Versorgung, dass der Kurs steigt?
- Nein. Sie heißt, dass mehr Kaufkraft bereitliegt — ob und wann sie eingesetzt wird, ist eine andere Frage. Umgekehrt ist eine schrumpfende Versorgung ein Hinweis, dass Kapital den Kryptomarkt insgesamt verlässt.
- Warum zählt die Richtung mehr als der Absolutwert?
- Weil der Absolutwert über Jahre gewachsen ist und deshalb kaum vergleichbar bleibt. Ob 300 Milliarden viel oder wenig sind, hängt davon ab, womit man vergleicht. Ob die Summe in sieben Tagen gewachsen oder geschrumpft ist, ist dagegen eine klare Aussage.